Wie lerne ich meinem Hund das Fährten
In der Fährtensuche wollen wir erreichen, dass unser Hund Tritt für Tritt schrittweise sucht. Das Tempo des Hundes soll dabei gleichmäßig und konzentriert sein. Beim Legen müssen wir darauf achten, dass der Bodengeruch heraus sticht. Die Fährte soll also riechbar sein, aber möglichst nicht sichtbar. Anfänglich wählen wir ein Gelände das relativ weich ist, wie Acker oder einer Wiese . Beim „Abriechen“ wird er seine Belohnung gut finden und diesen Typ Fährte damit verknüpfen und langsam und korrekt von Tritt zu Tritt suchen. Unsere Aufgabe ist es nun, den Hund so zu motivieren, dass er über längere Zeit konzentriert sucht. Da wir für ihn günstige Verhältnisse geschaffen haben ( einfaches Gelände und Fährten), haben wir den Erfolg auf unserer Seite. Denn nur durch hohe Motivation können wir einen Lernerfolg erreichen. Allerdings sind die häufigsten Fehler das zu schnelle steigern der Schwierigkeit. Unsere oberste Priorität liegt darin, den Hund ohne unsere Hilfe und Korrektur selbst suchen zu lassen. Dafür brauchen wir das richtig gewählte Gelände. Der Hund sollte auf die Fährte vorbereitet sein und ruhig herangeführt werden. Der Aufbau der Fährte sollte abgestimmt mit der Windrichtung sein ( nicht gegen den Wind oder seitlich ). Auch der Fährtenleger spielt hierbei eine große Rolle. Denn er verteilt mit seinem „Individualgeruch“ ziemlich viele Partikel auf der Fährte. Auch der betretene Boden (- die Bodenverletzung - ) löst viele Gerüche aus. Es entsteht der Fährtenmischgeruch.
Für die ersten kleinen Fährten eignet sich weicher Ackerboden oder saftige Wiesen. Dabei entsteht viel Bodenverletzung. ( Bitte aber vorher beim Bauer oder Pächter anfragen, ob es in Ordnung ist.) . Und der Geruch in den tiefen Tritten ist auch sehr intensiv für den Hund. Das Leckerli liegt dann auch gut im Hackentritt. Wir sollten auch darauf achten, dass die Belohnung eine angemessene Größe hat. Nicht zu groß ( wird zu lange gekaut ) und nicht zu klein ( das Interesse lässt nach). Auch die Schrittlänge ist wichtig. Ist sie zu lang, bricht Ungeduld und Hektik aus. Ist sie etwas kürzer, wird der Hund ruhig und flüssig suchen.
Als Materialien zum Fährten brauchen wir :
ein Fährtenstock oder Schild,..
Suchleine Suchgeschirr ( z.B. Böttger ) Gegenstände
Ein Kettenzughalsband muss ansonsten genommen werden. Dies ist vorgeschrieben und muss ohne Zug im der Öse des Halsbandes befestigt werden.
Die Leine verläuft
- über den Rücken
- seitlich oder
- zwischen den Vorder- und/oder Hinterläufen.
Die erste Fährte
Der Abgang ( oder Ansatz ) kann als Dreieck, Quadrat oder Kreis getreten werden. Einige dicht nebeneinander liegende Tritte. Dort hinein werden dann unsere gut ausgesuchten Leckerlis gegeben. An der Abgangsstelle und der linken Ecke wird unser Fährtenschild in den Boden gesteckt. Dieses sollte bestenfalls aus Holz sein, da der Bauer sicherlich etwas böse sein wird, wenn unser vergessenes Schild unter dem Traktor liegt. An der Spitze des Dreiecks legen wir dann ein paar Bröckchen mehr. Nun wird Tritt für Tritt die erste Gerade gelegt. In jedem Tritt ein Leckerli. Am Fährtenende wartet dann die wohlverdiente Futterbox oder sein Spielzeug. Wir gehen danach mit einem großen Schritt aus unserer Eigenfährte heraus und ca. 3-5 Schritte weg. Anfänglich besteht eine Fährte aus dem Abgang und einer kurzen Geraden und dem Ende. Die Gerade verlängert sich im Laufe der Zeit. Jetzt darf der Hund noch beim Legen zusehen um die Spannung aufrecht zu erhalten.
Dann setzen wir ihn ruhig und gleichmäßig an. Hat er das erste Futterstück erreicht, sollte die Leine locker gelassen werden. Eine straffe Leine schafft Drang nach vorne. Zu starkes einwirken auf den Hund macht ihn nur hektisch. Nimmt er die Fährte nicht sofort auf, keine Panik bekommen ! Ruhig bleiben und nicht sofort helfen. Anschließend nur insgesamt drei Hörzeichen geben.
- „Such“ ( das Verlangte auslösen )
- „So ist das prima“ ( zusätzlich zum Futter bestätigen )
- Und im äußersten Notfall „Pfui ist das“ ( falls er sich immer noch mit anderen Düften beschäftigt ).
Allerdings sollte man das „ nicht auf der Fährte sein“ je nach Windrichtung sehen. Hat er bei der Sucharbeit z.B. Seitenwind, kann es sein, dass er ziemlich weit neben der Fährte sucht. Das ist aber nicht schlimm, denn ein guter Suchhund nimmt dennoch den Geruch einer ausgelösten, zertretenen Fauna auf. Sollte der Hund dazwischen die Nase mal heben, so ist das zwar nicht erwünscht, aber kein Grund nervös zu werden. Ist der Hund richtig motiviert, fängt er wieder ganz alleine an zu suchen. Am Ende angekommen, lassen wir unseren Hund ruhig das dort liegende Futter aufnehmen und führen ihn ebenso ruhig von der Fährte weg.
Winkel legen
Wir können erst mit dem Winkeleinbau beginnen, wenn unser Hund die geradeaus Fährte im Schritt beherrscht. Er soll konzentriert und korrekt absuchen und jedes gefundene Futterstück aufnehmen.
Um den Hund zu motivieren, fangen wir am besten mit dem Abrißwinkel an. Dieser besteht aus einer zuerst gerade Fährte, die dann an unserem gewollten Winkel seitlich, aber in Fahrtrichtung getretenen Schritten weiter führt. Man kann allerdings, je nach Hund, auch direkte Winkel oder Bögen legen.
Nicht zu viele Winkel üben. Wenige ! Aber die müssen korrekt sein. Sollte unser Hund mal einen Winkel überlaufen ( das kommt vor ), bitte nicht hektisch werden, sondern sich auf seinen Hund verlassen ihn den Winkel finden lassen. Er schafft das !!
Die Gegenstände
Beherrscht der Hund die Winkel, können wir mit den Gegenständen beginnen. Den Grundgehorsam haben wir ja in der Übungsstunde mit positiver Bestärkung gelehrt bekommen. Denn ab jetzt soll der Hund lernen, den Gegenstand zu verweisen. Sitz, Platz und Steh müssen gerne ausgeführt werden. Es darf auf keinen Fall Stress erzeugt werden. Der Hund soll beim Verweisen vor dem Gegenstand liegen, stehen oder sitzen. Er darf leicht schräg, aber nicht seitlich Verweisen, oder gar umdrehen. Wir platzieren also einen Gegenstand auf einer Geraden in einem Tritt. Auf den Gegenstand legen wir Futter. Findet der Hund den Gegenstand, wird er das Futter aufnehmen. Das ist der Moment, wo wir neben unseren Hund treten. In der Hand haben wir Futter. Dieses halten wir vor den Hund auf den Gegenstand. Legt sich der Hund, wird die Hand geöffnet und die Belohnung in Form von Futter gegeben. In dieser Position wird er durch das Füttern stabilisiert. Gefüttert wird nicht aus der Hand, sondern vom Boden.
Zur Analyse des Prüfungsergebnisses
An der Prüfung zur FP1 haben wir unsere Eigenfährte 20 min zuvor mit 300 Schritten und Rückenwind gelegt. Dem Richter stellte man sich ( HF und H ) Ordnungsgemäß in der Grundstellung mit Verweisung vor. Die Nervosität sollte noch abgebaut werden. Am Abgangspunkt wurde es dann konzentriert. Das Hörzeichen „Such“ hörte man deutlich. Der Hund fing korrekt und konzentriert an zu suchen. Der erste Schenkel und Winkel wurde korrekt ausgeführt. Am etwa mittig gelegenen Gegenstand angekommen verwies der Hund dann leicht schräg im Platz. Das wird noch toleriert. Der Hundeführer stellte sich rechts neben seinen Hund, nahm den Gegenstand in die Hand, hielt ihn in die Höhe zum zeigen ( dem Richter ) und steckte diesen dann ein. Weiter ging es mit dem deutlichen Hörzeichen „Such“. Der leichte Seitenwind ließ den Hund direkt neben der eigentlichen Fährte weiter suchen. Am zweiten Winkel angekommen verharrte der Hund kurz, blieb aber auf der Fährte. Auf dem dritten und letzten Schenkel verwies der Hund gerade und im Steh den zweiten Gegenstand am Ende der Fährte. Der Hundeführer zeigte diesen erneut und steckte ihn ein. Danach gab der Hundeführer das Hörzeichen für die Grundstellung ( Sitz ). Schließlich wurde noch vor dem Richter in der Grundstellung abgemeldet und die Prüfung damit beendet.
Das Verlassen der Fährte
Während einer Prüfung sollte der Hund die Fährte nicht verlassen. Passiert es doch, wird der Richter eine Leinelänge tolerieren bzw. den Hundeführer die Anweisung zum Nachgehen geben. Danach ist die Fährtenarbeit abzubrechen.
Verleitungen und andere Schwierigkeiten
Beim Üben können Verleitungen eingebaut werden. Diese erhöhen den Schwierigkeitsgrad. Der Fantasie kann hier freien Lauf gelassen werden. Zumindest vor einer Prüfung. Jegliche Arten von Winkeln oder Bögen können gelegt werden. Geländewechsel oder verschiedene Witterungsverhältnisse machen auch sehr viel aus. Das Verlassen durch die Verleitung wird bis zu einer Leinenlänge toleriert.
| Stufe | Fährtenleger | Länge der Fährte (Schritte) | Alter der Fährte (Minuten) | Legen der Verleitungs-fährte | Anzahl der Schenkel |
| FP 1 | Eigenfährte | Ca. 350-400 | Ca.20 | --- | 3 |
| FP 2 | Fremdfährte | Ca. 600 | Ca. 30 | --- | 3 |
| FP 3 | Fremdfährte | Ca. 800 | Ca. 60 | --- | 5 |
| FH 1 | Fremdfährte | Ca. 1000-1400 | Ca. 180 | Nach 30 min | 7 |
| FH 2 | Fremdfährte | Ca. 2000 | Ca. 180 | 30 min. vor Ansatz | 8 |
| Stufe | Anzahl der Winkel | Anzahl der Gegenstände | Punkte je Gegenstand | HZ | Weitere Anforderungen |
| FP 1 | 2 | 2 | 10-10 | „Such“ | Wechselgelände möglich |
| FP 2 | 2 | 2 | 10-10 | „Such“ | Wechselgelände möglich |
| FP 3 | 4 | 3 | 7-7-6 | „Such“ | Wechselgelände möglich |
| FH 1 | 6 | 4 | 5-5-5-5 | „Such“ | Wechselgelände, Weg oder Verleitungsfährte zwingend. Keine FH bei geschl. Schneedecke |
| FH 2 | 7 | 7 | 3-3-3-3-3-2 | „Such“ | Wie FH1 s. gesonderte FH2-PO |
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Zusammenfassung aus Lektüre